Häufige Fragen

Der Christkindlmarkt am Wiener Rathausplatz findet in der besinnlichsten Zeit des Jahres statt. Er hat hohe Symbolkraft für Österreich, sowohl im In- als auch Ausland. Kein Wunder, dass man mehr über die Veranstalter wissen möchte. Um Ihnen das Kennenlernen so leicht wie möglich zu machen, haben wir die häufigsten Fragen gesammelt und beantworten sie hier.

Klicken Sie auf eine der Fragen um die Antwort aufzudecken.

Wer organisiert den Christkindlmarkt am Wiener Rathausplatz?

Der Markt wird vom Verein zur Förderung des Marktgewerbes (VzFM) organisiert. Der Verein hat sich auf das Ausrichten und Betreuen von Anlassmärkten – also Advent-, Christkindl-, Silvester-, Straßen- oder Ostermärkte – spezialisiert. Dazu zählt auch die Beratung und Betreuung von Ausstellern.

Seit wann organisiert der Verein zur Förderung des Marktgewerbes den Christkindlmarkt?

Seit dem Jahr 2005. Davor wurde der Markt von der Stadt Wien organisiert, die Stände vom Marktamt (MA 59) vergeben.

Welche Aufgaben übernimmt der Verein bei der Ausrichtung des Christkindlmarktes?

Der Verein kümmert sich um die gesamte Organisation und Durchführung des Marktes. Dabei ist er für alles verantwortlich: Er mietet den Rathausplatz, erledigt alle notwendigen Behördenwege, entrichtet anfallende Gebühren, sorgt für die Einhaltung aller Auflagen, kauft, wartet und vermietet die Hütten und organisiert den Auf- und Abbau sowie Müllabfuhr und die tägliche Platzreinigung. Darüber hinaus ist er zuständig für die gesamte Strom- und Tonanlage am Platz. Das gesamte Marketing und die Pressearbeit zum Christkindlmarkt werden über ihn abgewickelt. Nicht zuletzt sorgt der Verein auch für Sicherheit am Markt – inklusive Sicherheitszentrale und Securities.

Wer steht hinter dem Verein zur Förderung des Marktgewerbes?

Die Marktfahrer. Der Christkindlmarkt wurde seitens der Stadt immer in Kooperation mit der Wirtschaftskammer betrieben. Und so wurzelt auch der Trägerverein in der Vertretung der Marktfahrer. Obmann des Vereins ist Kammerrat Akan Keskin. Er ist auch derzeitiger Obmann der Wirtschaftskammer Wien für die Sparte Markt-, Straßen- und Wanderhandel und selbst Standler am Naschmarkt.

Warum wird der Christkindlmarkt nicht mehr von der Stadt organisiert?

Alle sogenannten Anlassmärkte in Wien werden von privaten Betreibern und nicht von der Stadt organisiert. Diese Praxis erspart der Stadt Kosten und Risiken, für die in der Vergangenheit die Steuerzahler aufkommen mussten. Der bürokratische Aufwand wäre für die Stadt Wien um ein Vielfaches höher als für einen privaten Verein. Die öffentliche Hand ist bei der Vergabe der Marktstände für den Christkindlmarkt nämlich an EU-Recht gebunden. Nach einer Schätzung aus der Stadtverwaltung wären etwa 30 Beamte für das korrekte Abwickeln der Verfahren notwendig gewesen. Darum hat man sich entschieden, an einen privaten Verein zu übergeben. Anlass für die Neuaufstellung in der Organisation des Marktes war übrigens ein von einem Marktfahrer eingebrachter Einspruch vor dem Verfassungsgerichtshof gegen die Vergabepraxis der MA 59.

Wie wurden Stände für den Christkindlmarkt unter der Ägide des Marktamtes (MA 59) bis ins Jahr 2004 vergeben?

Nach dem Vormerkprinzip. Wer sich einmal einen Stand gesichert hatte und keine Verstöße oder dergleichen beging, hat auch im Folgejahr wieder einen Stand bekommen.

Wie werden die Stände für den Christkindlmarkt vom VzFM vergeben?

Nach einem Punktesystem. Dabei werden für unterschiedliche Kriterien – beispielsweise Vielfalt, Beliebtheit oder Umweltfreundlichkeit der angebotenen Produkte, das Erscheinungsbild des Marktstandes, die Verlässlichkeit und Erfahrung der Standbetreiber etc. – Punkte vergeben. Alle Unternehmerinnen und Unternehmer müssen sich jedes Jahr neu um einen Stand bewerben. Es gibt kein Vormerksystem und keinen Automatismus.

Wieviele Unternehmer bewerben sich jährlich um einen Stand am Christkindlmarkt?

Jedes Jahr bewerben sich bis zu 800 Unternehmerinnen und Unternehmer um einen der 152 Stände am Christkindlmarkt. Etwa drei Viertel der Einreicher bewerben sich dabei um einen gastronomischen Stand.

Wieviele Stände am Christkindlmarkt sind Gastro-Stände?

Es gibt insgesamt 152 Stände, rund 20 davon sind der Gastronomie zuzurechnen. Die Genehmigung der Stadt Wien würde einen Anteil von bis zu einem Drittel – also über 50 Gastro-Stände – erlauben. Davon nimmt der VzFM bewusst Abstand, damit der Christkindlmarkt sein weihnachtliches Erscheinungsbild und ein vielfältiges Angebot behält.

Nach welchen Kriterien werden die einzelnen Betreiber ausgewählt?

Zu den Auswahlkriterien gehören unter anderem die Weihnachtlichkeit des Angebotes und die Qualität der Produkte. Auch das Erscheinungsbild des Standes und die Einhaltung aller Auflagen gehören dazu. Nähere Informationen zu den Teilnahmekriterien finden Sie hier.

Schaut man sich die Betreiber der Stände genauer an, tauchen einige Familiennamen öfter auf. Wie kommt das?

Die Marktfahrerei ist ein Traditionsgewerbe in dem sich überdurchschnittlich viele Familienbetriebe finden. Das notwendige Wissen wird von Generation zu Generation weitergegeben und die Betriebe vererbt – manche der Aussteller auf dem Christkindlmarkt sind bereits in vierter Generation in diesem Gewerbe tätig. Aber auch für sie gilt: Sie müssen sich jedes Jahr erneut um einen Stand am Christkindlmarkt bewerben. Beim Kuratieren des Christkindlmarktes geht es dann um eine ausgewogene Mischung: Einerseits pflegt der VzFM die bewährte Zusammenarbeit mit langjährigen Standbetreibern. Sie sind das Herz des Marktes und liefern Jahr für Jahr verlässlich hohe Qualität. Andererseits wird Wert auf neue interessante Unternehmen mit attraktiven Produkten gelegt, die zum Christkindlmarkt passen.

Wird sich der Wiener Christkindlmarkt in einigen Jahren also in der Hand weniger Familien befinden?

Nein, der Trend geht genau in die andere Richtung. Die Zahl der Betreiber nimmt laufend zu. Das liegt auch daran, dass den traditionellen Familienbetrieben oft der Nachwuchs fehlt. Seit 2005 verzeichnet der Wiener Christkindlmarkt daher mehr als 50 Prozent neu hinzugekommene Betriebe.

Wem gehören eigentlich die Marktstände, die am Wiener Christkindlmarkt stehen?

Sie gehören dem VzFM. Er hat sie im Jahr 2014 von der vorherigen Besitzerin, der Wiener Wirtschaftskammer, erworben und vermietet sie jetzt an die Unternehmerinnen und Unternehmer. Ausgenommen sind Stände, die von karitativen Organisationen betrieben werden. Ihnen wird die Miete erlassen.

Wie hoch sind die jährlichen Ausgaben und Einnahmen des Vereins?

Die Einnahmen und Ausgaben lagen in den Jahren 2016 und 2017 jeweils knapp unter zwei Millionen Euro. Auf beide Jahre gerechnet ergibt sich ein Nullsummenspiel.

Was passiert, wenn einmal Überschüsse erwirtschaftet werden? Wer profitiert von den Gewinnen?

Die Geschäftstätigkeit des VzFM ist nicht auf Gewinn ausgerichtet. Werden in einem Jahr Überschüsse erwirtschaftet, werden Rücklagen für spätere Investitionen gebildet (zuletzt u. a. für die Renovierung von Hütten, dem Erwerb von neuen Ständen und Beleuchtung, ein neues Sicherheitskonzept und eine neue Tonanlage für den gesamten Rathausplatz). Eine Ausschüttung von Erträgen, abseits von Spenden an karitative Einrichtungen, ist nicht vorgesehen.

Erhält der Verein Förderungen von der Stadt Wien oder von der Wiener Wirtschaftskammer für die Organisation des Christkindlmarktes?

Nein. Lediglich die MA 7 beteiligt sich mit 5.000 Euro an den Kosten für die Turmbläser. Früher wurde dieser Teil des Rahmenprogrammes gänzlich von der Stadt finanziert.

Zahlt der Verein Gebühr für die Nutzung des Rathausplatzes?

Selbstverständlich. Wie alle anderen Betreiber von Anlassmärkten zahlt der VzFM die von der Stadt Wien einheitlich festgelegten Gebühren. Im Jahr 2017 waren das rund 48.000 Euro.

Was hat es mit dem immer wieder kolportierten „Einheitspunsch“ auf sich? Müssen alle Stände denselben Punsch ausschenken?

Nein, das ist nicht so. Die einzelnen Punschstände können selbstverständlich ihren eigenen Punsch in den unterschiedlichsten Variationen ausschenken. Darüber hinaus gibt es zusätzlich den sogenannten „Christkindlmarkt-Punsch“, der im Zuge einer karitativen Gemeinschaftsaktion von allen Ständen ausgeschenkt wird. Der Erlös geht an gemeinnützige Organisationen wie das Rote Kreuz, den Samariterbund, die Möwe, das Neuner-Haus und die Volkshilfe.

Wie hoch sind die Erlöse aus dem Häferl-Pfand und wem kommen sie zugute?

Dem Verein zur Förderung des Marktgewerbes fallen aus dem Häferl-Pfand keine Erlöse zu. Da die dezentrale Reinigung der Häferl durch die Standler nicht mehr zeitgemäß ist (Hygieneanforderungen, Kanalisation, Umweltauflagen), wurde die Bereitstellung der Häferl 2015 an einen externen Dienstleister ausgelagert, der sowohl die An- und Ablieferung als auch die zentrale Reinigung übernimmt.

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